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Korrelationen: Warum Dollar, Gold, Öl und Aktien zusammenhängen

· 6 Min. Lesezeit

Märkte bewegen sich nicht allein. Einfach erklärt: was Korrelation ist, wie Dollar, Gold, Öl, Aktien und Krypto zusammenhängen und wie du das nutzt.

Wenn der Ölpreis steigt, merkst du es zuerst an der Tankstelle, später bei den Heizkosten und irgendwann auch im Supermarkt. Niemand befiehlt diesen Preisen, sich gemeinsam zu bewegen, aber weil sie zusammenhängen, tun sie es meistens. An den Weltmärkten ist es genauso.

In diesem Artikel lernst du ganz einfach, was Korrelation bedeutet, welche fünf Zusammenhänge zwischen den Märkten am wichtigsten sind, wie sich diese Zusammenhänge verändern und wie du sie beim eigenen Trading nutzt.

Was ist Korrelation?

Korrelation ist eine Zahl zwischen minus 1 und plus 1, die zeigt, wie stark sich zwei Märkte gemeinsam bewegen:

  • Nahe +1: Sie bewegen sich meist in dieselbe Richtung; steigt der eine, steigt auch der andere.
  • Nahe 0: Es gibt keinen echten Zusammenhang.
  • Nahe -1: Sie bewegen sich meist gegenläufig; steigt der eine, fällt der andere.

Zwei wichtige Punkte gleich vorweg: Korrelation bedeutet "meistens", nicht "immer". Und sie sagt dir nicht, welcher Markt Ursache und welcher Wirkung ist.

Fünf Zusammenhänge, die jeder Trader kennen sollte

1. Dollar und Gold

Gold wird in Dollar bewertet. Laut World Gold Council hat sich Gold historisch meist gegen den Dollar bewegt. Noch spannender: Der Zusammenhang ist nicht symmetrisch. Ein schwächerer Dollar hebt Gold meist stärker an, als ein stärkerer Dollar es drückt.

Für dich als Euro-Anleger kommt noch etwas dazu: Dein Goldwert in Euro hängt vom Goldpreis in Dollar und vom EURUSD-Kurs ab. Steigt Gold in Dollar, während der Dollar schwächer wird, fällt dein Gewinn in Euro kleiner aus.

2. Zinsen und Währungen

Hebt eine Zentralbank die Zinsen an, fließt meist Geld in dieses Land, um die höhere Rendite mitzunehmen, und die Währung wird tendenziell stärker. Deshalb bewegen die Entscheidungen der EZB in Frankfurt und der Fed in Washington den EURUSD so stark. Auch Gold spürt das: Es bringt keine Zinsen, also ist es weniger attraktiv, wenn die Zinsen hoch sind.

3. Öl und Inflation

Öl ist nicht nur Treibstoff. Eine Forschungsnotiz der US-Notenbank Fed erklärt: Höhere Ölpreise verteuern Produktion und Transport in der ganzen Wirtschaft, diese Kosten werden an Lebensmittel und andere Waren weitergegeben, und die Menschen erwarten mehr Inflation. Mehr Inflation bedeutet eine höhere Chance auf Zinserhöhungen, und das wirkt auf Währungen und Aktien.

4. Aktien und Anleihen

Jahrelang galt: Fallen die Aktien, steigen meist die Anleihen und wirken wie ein Schutzschild. Laut T. Rowe Price wurde die Korrelation zwischen Aktien und Anleihen 2022 jedoch stark positiv, etwas, das es seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht gegeben hatte. Der Grund: hohe Inflation und schnelle Zinserhöhungen zogen beide gemeinsam nach unten.

5. Aktien und Krypto

Vor 2020 galt Krypto bei vielen als vom Aktienmarkt getrennt. Doch der Internationale Währungsfonds (IWF) zeigte, dass die Korrelation zwischen Bitcoin und dem S&P 500 von 0,01 in den Jahren 2017 bis 2019 auf 0,36 in den Jahren 2020 und 2021 gestiegen ist. Wenn die Wall Street nervös wird, wackelt Krypto heute also stärker mit als früher.

Eine echte Kettenreaktion: 2022

2022 hat gezeigt, wie diese Zusammenhänge wie Dominosteine fallen:

  • Der Ölpreis schoss nach oben, die Inflationssorgen wuchsen.
  • Die Fed erhöhte die Zinsen schnell, und das bei der höchsten US-Inflation seit mehr als 40 Jahren.
  • Aktien und Anleihen verloren gleichzeitig, und das in einer Form, die es seit über zwanzig Jahren nicht gegeben hatte.

Ein Ereignis am Ölmarkt ist also über Inflation und Zinsen bis zu Aktien und Anleihen durchgeschlagen.

Praxisbeispiel: eine Idee, doppeltes Risiko

Dieses Beispiel ist hypothetisch und die Zahlen sind vereinfacht.

Angenommen, du eröffnest zwei Trades und glaubst, dein Risiko verteilt zu haben:

  • Gold kaufen, Risiko 100 Euro.
  • EURUSD kaufen, Risiko 100 Euro.

Schau aber genau hin: Beide sind in Wahrheit dieselbe Wette, nämlich auf einen schwächeren Dollar. Macht eine Wirtschaftsnachricht den Dollar stärker, verlieren wahrscheinlich beide Trades gleichzeitig. Statt zwei unabhängiger Trades mit je 100 Euro hast du praktisch eine Wette über 200 Euro abgeschlossen.

Die Lösung: Halbiere die Größe beider Positionen, damit dein Gesamtrisiko auf die Idee "schwächerer Dollar" bei 100 Euro bleibt, oder wähle nur einen der beiden Trades.

So nutzt du Korrelation beim Trading

  • Doppeltes Risiko vermeiden: Prüfe vor jedem neuen Trade, ob er in dieselbe Richtung zeigt wie deine offenen Positionen.
  • Als Bestätigung nutzen: Kaufst du Gold, während der Dollar stärker wird, segelst du gegen den Wind. Handle dann vorsichtiger.
  • Den Markt beobachten, der zuerst reagiert: Manchmal reagiert ein Markt früher, etwa die Index-Futures oder der Dollar. Wer sie im Blick hat, wird seltener überrascht.
  • Regelmäßig neu prüfen: Korrelationen ändern sich. Was letztes Jahr galt, muss heute nicht mehr stimmen.

Häufige Fehler

  • Korrelation für ein Gesetz halten: "Gold läuft immer gegen den Dollar" stimmt nicht; meistens, nicht immer.
  • Doppeltes Risiko übersehen: Mehrere gleichgerichtete Trades sind in Wahrheit ein großer Trade.
  • Korrelation mit Ursache verwechseln: Dass sich zwei Märkte gemeinsam bewegen, heißt nicht, dass der eine den anderen antreibt.
  • Auf alte Daten vertrauen: 2022 hat gezeigt, dass jahrzehntealte Zusammenhänge kippen können.
  • Nur auf einen Chart schauen: Wer nur seinen eigenen Markt sieht, übersieht die Dominosteine im Hintergrund.

Praktische Checkliste

  • Ich weiß, mit welchen Märkten mein Markt stark zusammenhängt.
  • Vor einem neuen Trade habe ich mein Gesamtrisiko auf eine Idee zusammengerechnet.
  • Ich werfe täglich einen Blick auf Dollar, Öl und Index-Futures.
  • Inflations- und Zinstermine von EZB und Fed habe ich im Wirtschaftskalender markiert.
  • Ich denke daran: Korrelation heißt "meistens", nicht "immer".

Häufige Fragen

Wo sehe ich Korrelationen?

Viele Plattformen und Analyseseiten bieten Korrelationstabellen. Selbst ohne Tabelle erkennst du den groben Zusammenhang, wenn du zwei Charts nebeneinanderlegst.

Hilft eine negative Korrelation bei der Absicherung?

Kann sie, aber mit Vorsicht. Ein Zusammenhang, der heute negativ ist, kann morgen positiv sein, genau wie bei Aktien und Anleihen im Jahr 2022.

Warum ändern sich Korrelationen?

Weil sich die wirtschaftlichen Bedingungen ändern. Wenn die Inflation hoch ist und weiter steigt, verhalten sich Aktien und Anleihen anders als in Zeiten niedriger Inflation.

Welcher Zusammenhang ist für Einsteiger am wichtigsten?

Der des Dollars mit allem anderen. Der Dollar steht im Zentrum der meisten Märkte, und für dich als Euro-Anleger zusätzlich der EURUSD-Kurs.

Fazit

Märkte hängen zusammen wie die Wagen eines Zuges: Dollar, Gold, Öl, Zinsen, Aktien, Anleihen und Krypto. Korrelation hilft dir, versteckte Risiken zu erkennen, deine Trades besser auszuwählen und dich von Nachrichten nicht überrumpeln zu lassen. Denk nur daran: Diese Zusammenhänge leben und verändern sich.

Wenn du Schritt für Schritt lernen willst, schau dir die kostenlosen Kurse an und wirf einen Blick auf die Profi-Tools unter Software.

In Anlehnung an: World Gold Council, Federal Reserve, T. Rowe Price und IWF

Trading ist mit einem erheblichen Verlustrisiko verbunden. Dieser Artikel dient nur der Bildung und ist keine Finanzberatung.

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