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Futures einfach erklärt: Heute den Preis für morgen festmachen

· 6 Min. Lesezeit

Ein Future ist eine Vereinbarung, später zu einem heute festgelegten Preis zu handeln. Einfach erklärt: Margin, tägliche Abrechnung und DAX-Futures.

Kennst du das? Im Sommer bestellst du das Heizöl für den Winter und machst den Preis schon jetzt fest. Steigt der Ölpreis bis zur Lieferung, hast du gewonnen; fällt er, hast du zu viel bezahlt. Ein Future (Terminkontrakt) ist genau diese Idee, nur für Gold, Öl, Weizen, Währungen und Aktienindizes wie den DAX, und an der Börse gehandelt.

In diesem Artikel lernst du ganz einfach, was Futures sind, wer sie nutzt, was Margin und tägliche Abrechnung bedeuten und warum Futures-Preise auch andere Märkte wie Forex und CFDs beeinflussen.

Was sind Futures?

Die US-Aufsicht für Terminmärkte (CFTC) beschreibt einen Future als Vereinbarung, etwas an einem festen Datum in der Zukunft zu kaufen oder zu verkaufen, wobei Preis und Menge schon heute feststehen.

Drei wichtige Merkmale:

  • Börsengehandelt: nicht zwischen dir und einem Broker, sondern an einer offiziellen Börse wie der CME in den USA oder der Eurex in Deutschland.
  • Standardisiert: Kontraktgröße, Verfallstermin und Regeln sind für alle gleich.
  • Mit Clearingstelle: Eine zentrale Stelle steht zwischen den Parteien und garantiert, dass beide Seiten ihre Pflichten erfüllen.

Interessant laut CFTC: Die meisten Kontrakte werden vor dem Liefertermin geschlossen. Die meisten Trader wollen also gar kein Gold und kein Öl haben, sondern handeln nur den Preis.

Wer nutzt Futures?

Zwei Hauptgruppen:

  • Absicherer (Hedger): Leute, die wirklich mit der Ware zu tun haben und sich gegen Preisschwankungen schützen wollen. Denk an eine Fluggesellschaft, die steigende Kerosinpreise fürchtet, oder an einen Landwirt, der Angst hat, dass der Weizenpreis bis zur Ernte fällt. Mit Futures sichern sie sich den Preis schon heute.
  • Spekulanten: Trader wie du, die einfach von Kursbewegungen profitieren wollen. Sie beleben den Markt und sorgen dafür, dass Absicherer immer jemanden finden, der die Gegenseite übernimmt.

Margin und tägliche Abrechnung: das Herz der Futures

Margin ist eine Sicherheit, kein Kredit

Die CME nennt die Futures-Margin eine Sicherheitsleistung in gutem Glauben: Geld, das zeigt, dass du mögliche Verluste tragen kannst. Es ist kein Kredit, und dir gehört dadurch auch nichts. Fest ist sie auch nicht: Die Börse erhöht oder senkt sie je nachdem, wie stark der Markt schwankt.

Tägliche Abrechnung

Bei Futures warten Gewinn und Verlust nicht bis zum Schluss. Jeden Tag wird dein Konto mit dem Abrechnungspreis des Tages aktualisiert: Hast du verdient, wird Geld gutgeschrieben, hast du verloren, wird es abgebucht. Das nennt man Mark-to-Market.

Praxisbeispiel: der Micro-DAX-Future

Dieses Beispiel ist hypothetisch und die Kurse sind vereinfacht.

An der Eurex gibt es den DAX-Future in drei Größen: den klassischen FDAX mit 25 Euro pro Indexpunkt, den Mini-DAX mit 5 Euro und den Micro-DAX mit 1 Euro pro Punkt. Für Einsteiger ist der Micro-DAX am übersichtlichsten.

  • Angenommen, der DAX steht bei 20.000 Punkten. Ein Micro-DAX-Kontrakt ist dann 20.000 Euro wert.
  • Du kaufst einen Kontrakt. Deinen Stop setzt du 40 Punkte tiefer (19.960), dein Ziel 80 Punkte höher (20.080).
  • Dein Risiko: 40 mal 1 Euro, also 40 Euro. Dein Gewinnziel: 80 Euro.
  • Tag eins schließt bei 20.020: 20 Euro werden deinem Konto gutgeschrieben.
  • Tag zwei schließt bei 19.990: 30 Euro werden abgebucht.

Siehst du? Dein Konto wird jeden Tag an den Markt angepasst. Versteckte Verluste gibt es nicht.

Mit dem FDAX wäre dieselbe Bewegung 25-mal so groß: Aus 40 Euro Risiko würden 1.000 Euro. Genau deshalb solltest du immer zuerst die Kontraktgröße kennen.

Handelszeiten

Die US-Indexfutures der CME werden fast rund um die Uhr gehandelt: von Sonntag 18 Uhr New Yorker Zeit bis Freitag 17 Uhr, mit einer Stunde Pause pro Tag. Nach deutscher Zeit ist das ungefähr von Sonntag auf Montag um Mitternacht bis Freitag 23 Uhr.

Wie Futures mit anderen Märkten zusammenhängen

Dieser Teil ist besonders wichtig, wenn du Forex oder CFDs handelst:

  • Futures sind eine Preisreferenz. Am Futures-Markt werden Preise zu einem großen Teil "gefunden", und viele Unternehmen und Anleger nutzen Futures-Preise als Maßstab für andere Geschäfte und Entscheidungen. Der Gold- oder Index-CFD-Preis bei deinem Broker wird aus den Preisen der Hauptmärkte gebildet, und Futures gehören zu den wichtigsten davon.
  • Erste Reaktion auf Wochenendnachrichten. Weil die US-Indexfutures schon am Sonntagabend New Yorker Zeit öffnen, zeigt sich die Wirkung von Ereignissen am Wochenende meist zuerst dort.
  • Gold-Futures und Dollar. Gold-Futures werden in Dollar bewertet, und laut World Gold Council hat sich Gold historisch meist gegen den Dollar bewegt. Nachrichten, die den Dollar bewegen, bewegen also auch Gold-Futures. Für dich als Euro-Anleger kommt noch der EURUSD-Kurs dazu.

Denk daran: Diese Zusammenhänge sind keine festen Regeln und ihre Stärke ändert sich mit der Zeit.

Häufige Fehler

  • Die Kontraktgröße nicht kennen: Einsteigen, ohne zu wissen, was ein Punkt wert ist. Lies immer zuerst die Kontraktspezifikationen.
  • Den Verfall vergessen: Kontrakte haben einen Verfallstermin. Wenn du nicht aufpasst, musst du kurz davor schließen oder rollen.
  • Die tägliche Abrechnung unterschätzen: Fressen die Tagesverluste deine Margin auf, musst du Geld nachschießen oder die Position wird geschlossen.
  • Mit dem großen Kontrakt starten: Micro-Kontrakte gibt es genau dafür, mit weniger Geld zu üben.
  • Die Wirkung auf andere Märkte übersehen: Wer DAX-CFDs handelt und nie auf den DAX-Future schaut, sieht nur das halbe Bild.

Praktische Checkliste

  • Ich habe die Kontraktspezifikationen gelesen: Wert pro Punkt, kleinste Bewegung und Verfallstermin.
  • Ich habe meinen Broker nach der nötigen Margin und dem Mindestguthaben gefragt.
  • Ich habe mein Risiko in Euro berechnet, nicht nur in Punkten.
  • Ich weiß, wann der Markt öffnet und schließt.
  • Wenn ich CFDs oder Forex handle, beobachte ich auch den passenden Future.

Häufige Fragen

Muss ich die Ware wirklich abnehmen?

Nein, nicht wenn du die Position vor dem Liefertermin schließt. Laut CFTC werden die meisten Kontrakte genau so geschlossen. Index-Futures wie der DAX-Future werden ohnehin nicht geliefert, sondern in bar abgerechnet.

Was ist der Unterschied zwischen Futures und CFDs?

Futures werden an einer Börse mit Standardkontrakten und einer Clearingstelle gehandelt. Ein CFD ist ein direkter Vertrag zwischen dir und deinem Broker. Futures sind transparenter, dafür sind die Kontrakte meist größer.

Wie viel Geld brauche ich für Futures?

Das hängt vom Kontrakt und vom Broker ab. Micro-Kontrakte wurden geschaffen, damit man mit weniger Kapital starten kann. Die Margin legen aber Börse und Broker fest, und sie kann sich ändern.

Warum gelten Futures als Preisreferenz?

Weil die größten Marktteilnehmer dort riesige Volumen handeln und der Preis transparent und für alle gleich ist. Deshalb schauen so viele andere Märkte darauf.

Fazit

Ein Future ist wie Heizöl vorbestellen, nur standardisiert, transparent und an der Börse. Die Margin ist eine Sicherheit, Gewinne und Verluste werden täglich abgerechnet, und der Preis dient vielen anderen Märkten als Referenz. Selbst wenn du nie Futures handelst, hilft dir dieses Wissen zu verstehen, woher die Kurse kommen, die du bei Forex und CFDs siehst.

Wenn du Schritt für Schritt lernen willst, schau dir die kostenlosen Kurse an und wirf einen Blick auf die Profi-Tools unter Software.

In Anlehnung an: CFTC, CME Group, CME Clearing, stock3 und World Gold Council

Trading ist mit einem erheblichen Verlustrisiko verbunden. Dieser Artikel dient nur der Bildung und ist keine Finanzberatung.

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