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Forex, CFDs, Futures oder Optionen? Ein einfacher Vergleich

· 7 Min. Lesezeit

Vier Wege, auf Kurse zu handeln: Forex, CFDs, Futures und Optionen. So unterscheiden sie sich bei Kosten und Risiko, und so findest du den passenden für dich.

Zur Arbeit kommst du auf verschiedenen Wegen: mit der S-Bahn, dem Bus, dem Taxi oder dem eigenen Auto. Das Ziel ist dasselbe, aber Kosten, Tempo, Komfort und Aufwand sind jeweils anders. An den Märkten ist es genauso: Forex, CFDs, Futures und Optionen sind vier verschiedene Wege, auf Kurse zu handeln.

In den letzten Artikeln haben wir uns jeden Weg einzeln angesehen. Jetzt stellen wir sie nebeneinander, damit du siehst, worin sie sich unterscheiden, was sie kosten und wie riskant sie sind, wie sie zusammenhängen und welcher am besten zu deinem Stil passt.

Alle machen im Grunde dasselbe: auf Kursbewegungen handeln

In allen vier Märkten willst du meist an steigenden oder fallenden Kursen verdienen, nicht die Ware behalten. Die wichtigsten Unterschiede liegen darin, wo du handelst, wer auf der anderen Seite steht und wie Risiko und Kosten berechnet werden.

Forex: der größte Markt der Welt

  • Was du handelst: Währungspaare wie EURUSD, für dich als Euro-Nutzer besonders greifbar.
  • Wo: bei einem Broker, außerbörslich. Laut BIZ werden am Devisenmarkt täglich rund 9,6 Billionen Dollar umgesetzt.
  • Hebel: meist hoch. In der EU liegt die Obergrenze für Privatkunden bei wichtigen Paaren bei 30:1.
  • Kosten: Spread und, wenn du über Nacht hältst, Swap.
  • Handelszeiten: fünf Tage die Woche rund um die Uhr.
  • Passt zu: dir, wenn dich Wirtschaftsnachrichten und Zinsen interessieren und du mit kleinem Konto startest.

CFDs: eine Tür zu fast allem

  • Was du handelst: fast alles, von Gold und Öl über Indizes wie den DAX bis zu Aktien und Krypto.
  • Wo: bei einem Broker, der die Gegenseite deines Trades ist.
  • Hebel: je nach Basiswert; in der EU von 30:1 bis 2:1.
  • Kosten: Spread, teilweise Kommission und Übernachtfinanzierung.
  • Großes Risiko: Die ESMA berichtete, dass 74 bis 89 Prozent der CFD-Konten von Privatkunden Verluste machten. Immerhin: In Deutschland hat die BaFin schon 2017 die Nachschusspflicht für Privatkunden verboten.
  • Passt zu: dir, wenn du von einem Konto aus kurzfristig verschiedene Märkte handeln willst.

Futures: transparent und standardisiert

  • Was du handelst: Standardkontrakte auf Indizes, Gold, Öl, Währungen und andere Rohstoffe, zum Beispiel an der CME in den USA oder den DAX-Future an der Eurex.
  • Wo: an einer Börse, mit einer Clearingstelle, die beide Seiten absichert.
  • Hebel: über die Margin, die die Börse festlegt und je nach Schwankung anpasst.
  • Kosten: Kommission des Brokers und Börsengebühren. Gewinne und Verluste werden täglich abgerechnet.
  • Wichtig für Orderflow: Weil alle an derselben Börse handeln, siehst du das Volumen des gesamten Markts. Deshalb laufen Orderflow-Tools vor allem auf Futures.
  • Passt zu: dir, wenn dir Transparenz und echte Volumendaten wichtig sind.

Optionen: ein Recht kaufen, keine Pflicht

  • Was du handelst: das Recht zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put), zu einem festen Preis bis zu einem festen Termin.
  • Wo: meist an einer Börse, etwa DAX-Optionen an der Eurex.
  • Risiko: Käufer verlieren höchstens die Prämie; Verkäufer tragen deutlich mehr Risiko.
  • Kosten: die Prämie, deren Zeitwert bis zum Verfall schmilzt.
  • Passt zu: dir, wenn du ein Depot absichern oder mit vorher festgelegtem Risiko handeln willst. Etwas komplexer als die anderen.

Praxisbeispiel: eine Idee, mehrere Wege

Dieses Beispiel ist hypothetisch und die Zahlen sind vereinfacht.

Deine Idee: "Ich glaube, der Dollar wird schwächer und Gold steigt." Gold steht bei 2.000 Dollar und du erwartest bis Wochenende 2.030. Deine Möglichkeiten:

  • Forex: Die Idee "schwächerer Dollar" setzt du mit einem Kauf von EURUSD um. Bei einem Mini-Lot ist jeder Pip etwa 1 Dollar wert; steigt der Kurs um 50 Pips, verdienst du 50 Dollar.
  • Gold-CFD: Für 10 Unzen mit Hebel 20:1 hinterlegst du 1.000 Dollar Margin. Steigt Gold auf 2.030, verdienst du 300 Dollar; fällt es auf 1.970, verlierst du 300. Vergiss die Übernachtgebühren nicht.
  • Micro-Gold-Future: Die CME bietet einen Micro-Gold-Kontrakt über 10 Unzen an; jede Bewegung um 0,10 Dollar ist 1 Dollar wert. Dieselben 30 Dollar Bewegung bedeuten 300 Dollar Gewinn oder Verlust, aber dein Konto wird täglich abgerechnet und du handelst an einer Börse.
  • Call-Option auf Micro-Gold: Angenommen, du zahlst 15 Dollar pro Unze, also 150 Dollar, für das Recht, 10 Unzen zu 2.000 zu kaufen. Steht Gold beim Verfall bei 2.030, ist das Recht 300 Dollar wert und du hast 150 verdient. Fällt Gold, verlierst du höchstens die 150 Dollar.

Dazu kommt für dich noch der Wechselkurs: Dein Konto läuft wahrscheinlich in Euro, Gold wird aber in Dollar bewertet.

Siehst du? Dieselbe Idee, aber Risiko, Kosten und Kapitalbedarf sind auf jedem Weg anders. Die richtige Frage ist nicht "Was ist am besten?", sondern "Was passt zu dem Risiko, das ich tragen kann?"

Wie die vier zusammenhängen

Diese Märkte sind nicht getrennt; sie sind Äste desselben Baums:

  • Futures sind die Preisreferenz. Am Futures-Markt entstehen die Preise zu einem großen Teil, und der Gold- oder Index-CFD-Kurs bei deinem Broker wird aus den Preisen der Hauptmärkte gebildet.
  • Eine Nachricht bewegt alle vier. Machen zum Beispiel US-Arbeitsmarktdaten den Dollar stärker, fällt EURUSD meist, und weil sich Gold laut World Gold Council historisch meist gegen den Dollar bewegt hat, reagieren Gold-CFDs, Gold-Futures und Gold-Optionen im selben Moment.
  • Optionen zeigen die Marktstimmung. Das Angstbarometer VIX wird aus Optionen auf den S&P 500 berechnet, der VDAX-NEW aus DAX-Optionen. Steigen sie stark, belastet das meist Indizes und riskante Anlagen in allen diesen Märkten.

Diese Zusammenhänge sind keine festen Regeln und ändern sich mit der Zeit, aber wer sie kennt, wird seltener überrascht.

Welcher Markt passt zu dir?

  • Kleines Konto und Einsteiger: Forex oder CFDs mit niedrigem Hebel, oder Micro-Futures wie der Micro-DAX. In jedem Fall sehr klein anfangen.
  • Transparenz und echte Volumendaten: Futures.
  • Vorher festgelegtes Risiko: Optionen kaufen.
  • Kurzfristig verschiedene Märkte handeln: CFDs, solange du Hebel und Kosten im Griff hast.

Häufige Fehler

  • Einen Markt nur wegen des höheren Hebels wählen: mehr Hebel bedeutet schnellere Verluste.
  • In einem Monat zwischen allen vier springen: Lerne erst einen richtig.
  • Kosten ignorieren: Spreads, Swaps, Kommissionen und Prämien schmälern alle deinen Gewinn.
  • Nicht wissen, wer auf der anderen Seite steht: Bei CFDs ist es dein Broker, bei Futures und Optionen stehen Börse und Clearingstelle dazwischen.
  • Verwandte Märkte übersehen: Wer Gold handelt, sollte auch Dollar, EURUSD und Gold-Futures beobachten.

Praktische Checkliste

  • Ich weiß, in welchem Markt ich handle und wer die Gegenseite ist.
  • Ich kenne die vollständigen Kosten meines Trades.
  • Hebel oder Kontraktgröße habe ich selbst gewählt.
  • Ich kenne meinen maximalen Verlust vor dem Einstieg.
  • Ich beobachte einen verwandten Markt mit (Dollar, Futures oder VIX bzw. VDAX).

Häufige Fragen

Mit welchem Markt fange ich am besten an?

Es gibt keine allgemeine Antwort. Wähle den, der zu deinem Kapital, deiner Zeit und deiner Risikobereitschaft passt. Für viele sind Forex mit kleinen Positionen oder Micro-Futures ein guter Start.

Kann ich mehrere Märkte gleichzeitig handeln?

Ja, aber für Einsteiger ist das nicht zu empfehlen. Lerne erst einen gründlich und nutze die anderen dann als Ergänzung.

Warum bevorzugen Orderflow-Trader Futures?

Weil Futures an einer Börse gehandelt werden und Volumen und Umsätze des gesamten Markts an einem Ort sichtbar sind. Bei Forex und CFDs sieht jeder Broker nur seinen eigenen Ausschnitt.

Sind Optionen zu schwer für Einsteiger?

Das Kaufen von Optionen hat ein begrenztes Risiko, aber es gibt mehr Begriffe zu lernen. Mach dich zuerst mit einem der einfacheren Märkte vertraut.

Fazit

Forex, CFDs, Futures und Optionen sind vier Wege zum selben Ziel: auf Kurse handeln. Forex ist riesig und leicht zugänglich, CFDs sind flexibel, aber riskant, Futures sind transparent und standardisiert, und Optionen legen dein Risiko im Voraus fest. Wichtiger als die Wahl des Markts ist, seine Risiken und Kosten zu verstehen und zu wissen, wie er mit den anderen zusammenhängt.

Wenn du Schritt für Schritt lernen willst, schau dir die kostenlosen Kurse an und wirf einen Blick auf die Profi-Tools unter Software.

In Anlehnung an: BIZ, ESMA, beck-aktuell (BaFin), CFTC, CME Group, Eurex, Deutsche Börse, Cboe und World Gold Council

Trading ist mit einem erheblichen Verlustrisiko verbunden. Dieser Artikel dient nur der Bildung und ist keine Finanzberatung.

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